Berufsfeuerwehrtag 15

 

Der 10. Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Alteglofsheim fand am 12.09.2015 statt. Pünktlich um 09:30 Uhr starteten die zehn Jugendlichen in der Fahrzeughalle zum offiziellen Dienstbeginn. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Jugendwarte und den 1. Bürgermeister Herbert Heidingsfelder erfolgte die Einteilung auf die Fahrzeuge. Danach begaben sich die Jugendlichen zum gemeinschaftlichen Frühstück in den Schulungsraum.

Zwei Jugendliche besetzten stets die Übungsleitstelle. Ihre Aufgaben umfassten hier, wie in einer echten Leitstelle, das Entgegennehmen von Notrufen sowie das Alarmieren und Disponieren der Einsatzfahrzeuge. In einem selbstgeschriebenen Programm wurde all dies, entsprechend einer „richtigen Leitstelle“ erfasst.


Um 10:28 Uhr läutete das Telefon in der Leitstelle zum ersten Mal. Aufgeregt berichtete ein Kind, dass sein Vater verschüttet wurde und er Hilfe benötige. Sofort alarmierte unsere Übungsleitstelle zwei Fahrzeuge zur der verschütteten Person. An der Einsatzstelle angekommen, mussten wir uns nicht nur um den verschütteten Mann, sondern auch um das Kind kümmern. Mit Schaufeln wurde der Vater aus seiner misslichen Lage befreit. Während der Rettungsarbeiten wurde dieser durch einen Trupp erstversorgt und gerettet. Nachdem wir wieder ins Feuerwehrhaus eingerückt waren, mussten die Jugendlichen zuerst das Material reinigen, das im Einsatz verwendet wurde, bevor sie sich im Aufenthaltsraum eine Verschnaufpause verdient hatten.

Kurz nach Schichtwechsel in der Übungsleitstelle alarmierte uns gegen 11:04 Uhr ein Autofahrer, der gerade einen Autounfall hatte. Er und seine Freunde seien im Fahrzeug eingeklemmt. Die Fahrzeuge der Feuerwehr Alteglofsheim rückten zum „Verkehrsunfall mit vermutlich mehreren eingeklemmten Personen“ aus. An der Einsatzstelle stellte sich heraus, dass sich im Fahrzeug vier Personen befanden. Mit Spreizer und Schneidgerät mussten die Jugendlichen die Insassen des Fahrzeugs befreien. Der Fahrer, der nicht mehr ansprechbar war, wurde in einer Crashrettung aus dem Fahrzeug befreit. Alle weiteren Fahrzeuginsassen wurden nach und nach aus dem Auto befreit und durch die Jugendfeuerwehrler medizinisch erstversorgt und betreut.

Nach diesem Einsatz hatten sich unsere Jugendlichen eine Mittagspause verdient. Zusammen bereiteten sie das Mittagessen im Feuerwehrhaus zu und konnten dies, ohne von einem Einsatz unterbrochen zu werden, zu sich nehmen. Im Anschluss an die Mittagspause stand „Materialpflege“ auf dem Tagesplan.

Ein unter Schock stehender Jugendlicher setzte um 13:50 Uhr einen Notruf ab, aus dem sich das Einsatzschlagwort "Brand landwirtschaftliches" Anwesen ergab. Bereits auf der Anfahrt zum Brandort wurden wir von der Übungsleitstelle darüber informiert, dass vermutlich mehrere Personen vermisst seien. Routiniert bauten die Jugendlichen einen Löschaufbau auf. Ein Trupp rüstete sich mit Atemschutz aus und begab sich in den landwirtschaftlichen Stadel, der mit Kunstnebel verraucht war. Unter Zuhilfenahme der Wärmebildkamera konnten sie die drei vermissten Personen schnell finden. Ein weiterer Trupp kümmerte sich darum, dass sich der Brand nicht auf ein weiteres Gebäude ausbreitete und sicherte die Wasserversorgung aus dem örtlichen Hydrantennetz.

16:02 Uhr: Ein Anwohner berichtete von einem Flächenbrand hinter seinem Wohnhaus. Sofort fuhren unsere Jugendlichen zum Einsatzort. Bereits auf der Anfahrt konnten sie dunklen Rauch und Flammen sehen. Es brannte wirklich. Hier war besonders die Schnelligkeit unserer Jugendberufsfeuerwehrler gefordert. Das Feuer breitete sich auf der trockenen Wiese rasch aus. Mit Feuerpatschen und einem Schaumrohr brachten sie das Feuer schnell unter Kontrolle und um es letztlich mit einem Schaumteppich zu ersticken.

Die aufheulende Feuerwehrsirene am Dach des Gerätehauses alarmierte die Feuerwehr Alteglofsheim um 17:41 Uhr zu einem Realeinsatz. Gott sei Dank handelte es sich nur um einen aufgelaufenen Brandmelder. Nach einer kurzen Unterbrechung konnten wir den BF Tag wieder fortsetzen.

Zu einem Gefahrguteinsatz wurden die Jugendlichen um 18:30 Uhr alarmiert. Zwei Kinder hatten ein mit Säure gefülltes Fass auf einem Anhänger umgeworfen. Aus diesem drang Schwefelsäure aus. Bereits beim Eintreffen an der Einsatzstelle konnte man gelben Rauch und eine gelblich auslaufende Flüssigkeit sehen. Sofort wurde vom Einsatzleiter ein Sicherheitsabstand von 50 m zum Gefahrenbereich angeordnet. Da es sich hier um einen noch unbekannten Gefahrenstoff handelte, mussten die Jugendlichen eine spezielle Schutzkleidung anziehen. Nur mit dieser Schutzkleidung durften sie den Gefahrenbereich betreten. Durch die UN Nummer konnten sie herausfinden um welche Substanz es sich handelte und Gegenmaßnahmen Treffen.

Nach dem Abendessen und einer Ruhepause ertönte im Feuerwehrhaus wieder der Wachalarm. Alarmiert wurden unsere Jugendlichen um 22:05 Uhr zu einem Garagenbrand in Alteglofsheim. Die ausrückenden Kräfte konnten die vermissten Personen in der verrauchten Garage relativ schnell mit der Wärmebildkamera finden und aus dem Gefahrenbereich retten. Zur Brandbekämpfung wurde mit zwei C Rohren gearbeitet.

Kurz vor der Nachtruhe wurden unsere Jugendlichen erneut alarmiert. Auf der Anfahrt erhielten sie dein Einsatzbefehl „Personensuch im Wald“. Eine vermisste Wandertruppe musste gefunden werden. Mit der Wärmebildkamera und durch das Bilden einer Suchkette wurde der Wald durchkämmt. So konnten die vermissten Personen schließlich gefunden werden. Hier mussten die Jugendlichen ihr Erste-Hilfe-Wissen anwenden, da mehrere Wanderer verletzt waren.

Nach einer ruhigen Nacht rückten die Jugendlichen zum letzten Mal für diesen BF Tag aus. Gegen 6:53 Uhr wurde in der Übungsleitstelle ein Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten Personen gemeldet. Sofort machten sich unsere Jugendlichen auf den Weg zum Unfall. Mit Spreizer und Rettungsschere konnten sie die beiden Insassen aus dem Fahrzeug befreien.

Nach diesem Einsatz wurde erst mal gemeinschaftlich gefrühstückt. Dann begannen die Aufräumarbeiten rund ums Feuerwehrhaus. Die Fahrzeuge mussten gewaschen, das Material gereinigt und das Feuerwehrhaus aufgeräumt werden.

 


Ein ganz besondere Dank gilt es an die Jugendliche auszuspreche. Trotz einer anstrengenden Schicht kam im Feuerwehrhaus nie schlechte Laune auf und wir hatten immer was zu lachen. Bedanken möchten wir uns auch bei den Jugendwarten, Mimen, Einsatz Vor- und Nachbereiter, beim Team der realistischen Unfalldarstellung und beim Foto und Film Team. Ohne euch wär dieser Tag nicht möglich gewesen!

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